Drehscheibe vs. Handaufbau: Welche Töpfertechnik passt zu dir?

Wenn du dich für einen Töpferkurs interessierst, stehst du schnell vor der Frage: Drehscheibe oder Handaufbau? Beide Techniken haben ihren Reiz, und beide führen zu wunderschönen Ergebnissen – aber das Erlebnis ist grundverschieden. In über 35 Jahren an der Töpferscheibe und am Modelliertisch habe ich beide Welten intensiv kennengelernt. Hier erkläre ich dir die Unterschiede, damit du die richtige Wahl für dich treffen kannst.

Was ist Handaufbau?

Beim Handaufbau – auch Modelliertechnik genannt – formst du den Ton ganz ohne Maschine. Du arbeitest mit deinen Händen, manchmal mit einfachen Werkzeugen wie Holzspachteln oder Drahtschlingen. Die drei wichtigsten Handaufbau-Techniken sind:

Wulsttechnik: Du rollst den Ton zu langen Wülsten und setzt diese Schicht für Schicht aufeinander. So baust du Wände auf und formst Gefäße, Vasen oder Skulpturen. Diese Technik ist uralt – schon vor Tausenden von Jahren haben Menschen so getöpfert.

Plattentechnik: Du walzt den Ton zu flachen Platten aus und setzt diese zusammen, ähnlich wie beim Kartonbau. Damit lassen sich eckige Formen herstellen – Dosen, Kästen oder architektonische Formen, die auf der Drehscheibe unmöglich wären.

Aushöhltechnik: Du beginnst mit einem massiven Block Ton und höhlst ihn von innen aus. Diese Technik eignet sich besonders für organische, skulpturale Formen.

Das Schöne am Handaufbau: Du bist völlig frei in der Form. Rund, eckig, organisch, symmetrisch oder bewusst unregelmäßig – alles ist möglich. Und du brauchst keinerlei technische Vorkenntnisse, um sofort loszulegen.

Was ist Drehscheibenarbeit?

Bei der Arbeit an der Drehscheibe sitzt du vor einer rotierenden Scheibe, auf der ein Klumpen Ton befestigt ist. Mit beiden Händen formst du den Ton, während die Scheibe sich dreht. Durch den gleichmäßigen Druck deiner Hände entstehen symmetrische, runde Formen: Tassen, Schüsseln, Teller, Vasen, Kannen.

Der Prozess beginnt mit dem sogenannten „Zentrieren“ – den Ton genau in die Mitte der Scheibe bringen. Das ist der schwierigste Teil und erfordert etwas Übung. Aber wenn der Ton einmal zentriert ist und du mit den Fingern die erste Öffnung drückst, passiert etwas fast Magisches: Aus einem formlosen Klumpen wird in wenigen Minuten ein Gefäß.

Die Drehscheibe ist faszinierend, weil sie ein gewisses Maß an Hingabe verlangt. Man muss sich einlassen, Geduld haben und den richtigen Druck finden. Viele beschreiben die Arbeit an der Scheibe als meditativ – man vergisst die Zeit und ist ganz im Moment.

Der direkte Vergleich

Einstieg und Lernkurve: Beim Handaufbau hast du sofort Erfolgserlebnisse. Du kannst vom ersten Moment an kreativ sein und eigene Formen umsetzen. Bei der Drehscheibe brauchst du etwas Geduld für die Grundtechnik – das Zentrieren und Hochziehen will geübt sein. Dafür ist das Erfolgserlebnis, wenn die erste Tasse gelingt, umso intensiver.

Formenvielfalt: Der Handaufbau gewinnt klar, wenn es um Formenfreiheit geht. Eckige Schalen, asymmetrische Vasen, skulpturale Objekte – hier gibt es keine Grenzen. Die Drehscheibe ist auf runde, symmetrische Formen beschränkt. Das klingt zunächst nach einer Einschränkung, aber innerhalb dieser Form gibt es unendliche Variationen in Höhe, Breite, Wandstärke und Profil.

Zeitaufwand: An der Drehscheibe geht es schneller. Eine geübte Keramikerin dreht eine Tasse in wenigen Minuten. Im Handaufbau dauert ein vergleichbares Stück deutlich länger. Dafür kann man im Handaufbau gut über mehrere Tage an einem Stück arbeiten, indem man es zwischen den Sitzungen in Folie einwickelt – was wir in unseren Abendkursen auch so handhaben.

Das Ergebnis: Handaufbaustücke haben oft eine organischere, individuellere Ausstrahlung. Drehscheibenstücke wirken durch ihre Symmetrie elegant und harmonisch. Beide Techniken erzeugen Unikate – keins gleicht dem anderen. In unserem Shop findest du hauptsächlich an der Drehscheibe gefertigte Stücke, von Tassen über Schüsseln bis hin zu Teekannen.

Das Erlebnis: Das ist vielleicht der wichtigste Unterschied. Die Drehscheibe ist ein intensiveres, fast meditatives Erlebnis. Du musst dich konzentrieren, den Ton spüren, im Rhythmus der Scheibe arbeiten. Der Handaufbau ist entspannter, geselliger – man kann sich nebenbei unterhalten, in Ruhe Ideen ausprobieren und größere Projekte planen.

Welche Technik empfehle ich für Anfänger?

Ehrlich gesagt: Beide. Es kommt darauf an, was du suchst.

Wähle die Drehscheibe, wenn du ein kompaktes, intensives Erlebnis suchst. In 2,5 Stunden bekommst du einen vollständigen Einblick, drehst deine ersten eigenen Gefäße und nimmst nach dem Brand fertige Stücke mit nach Hause. Ideal, wenn du einen Nachmittag oder Abend investieren möchtest und das Gefühl der rotierenden Scheibe erleben willst.

Wähle den Handaufbau, wenn du dir mehr Zeit nehmen und tiefer eintauchen möchtest. Unser Abendkurs über vier Abende gibt dir die Möglichkeit, verschiedene Techniken auszuprobieren, größere Projekte umzusetzen und ein echtes Gefühl für das Material zu entwickeln. Drei Abende formst und baust du, am vierten Abend glasierst du deine Werke.

Und natürlich spricht nichts dagegen, beides auszuprobieren. Viele unserer Kursteilnehmer starten mit einer Technik und buchen danach die andere, weil sie neugierig geworden sind.

Was passiert nach dem Kurs?

Egal welche Technik du wählst – nach dem Kurs werden deine Stücke in unserer Werkstatt getrocknet, geschrüht (erster Brand), glasiert und ein zweites Mal bei 1.270 Grad gebrannt. Nach etwa drei Wochen sind sie fertig zur Abholung: spülmaschinenfest, lebensmittelecht und bereit für den täglichen Gebrauch.

Wir verwenden in unserer Werkstatt ausschließlich selbst entwickelte Glasuren – keine Fertigprodukte aus dem Katalog. Das ist ein wichtiger Qualitätsunterschied, den man sieht und fühlt. Du kannst aus 15 verschiedenen Glasuren wählen und so deinem Stück eine ganz persönliche Note geben.

Lust, es auszuprobieren?

Ob Drehscheibe oder Handaufbau – die beste Art, den Unterschied zu verstehen, ist es selbst zu erleben. Schau dir unsere aktuellen Kurstermine an oder schreib uns an buehler@purkeramik.de. Unsere Werkstatt liegt direkt am Isartor im Münchner Gärtnerplatzviertel – Rumfordstraße 36.

Wir freuen uns auf dich!

Töpfern lernen in München: Der Guide für Anfänger

Töpfern liegt im Trend – und das aus gutem Grund. In einer Zeit, in der wir den Großteil unseres Tages vor Bildschirmen verbringen, ist die Arbeit mit Ton eine der schönsten Möglichkeiten, mit den Händen etwas Echtes zu schaffen. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in München nach einem Töpferkurs suchen.

Aber wie fängt man eigentlich an? Braucht man Vorkenntnisse? Was kostet das Ganze? Und worauf sollte man bei der Wahl des richtigen Kurses achten? Als gelernte Keramikerin mit über 35 Jahren Erfahrung gebe ich dir hier einen ehrlichen Überblick über alles, was du wissen musst, bevor du dich an den Ton setzt.

Was erwartet mich in einem Töpferkurs?

Viele stellen sich unter einem Töpferkurs die berühmte Szene aus dem Film „Ghost“ vor – romantisch an der Drehscheibe sitzen und wie von Zauberhand entsteht eine perfekte Vase. Die Realität sieht etwas anders aus, ist aber mindestens genauso schön.

In einem guten Töpferkurs lernst du zunächst das Material kennen. Ton ist ein Naturprodukt, das sich je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Bearbeitung unterschiedlich verhält. Du lernst, wie man den Ton vorbereitet, welche Techniken es gibt und wie du Schritt für Schritt dein erstes eigenes Stück formst. Am Ende wählst du eine Glasur aus, und nach dem Brand kannst du dein fertiges Werk mit nach Hause nehmen.

Das Wichtigste vorweg: Du brauchst keinerlei Vorkenntnisse. Jeder kann töpfern lernen. Was du mitbringen solltest, ist Geduld und die Bereitschaft, dich auf etwas Neues einzulassen. Perfektion kommt mit der Übung – und gerade die kleinen Unregelmäßigkeiten machen handgemachte Keramik so besonders.

Welche Techniken gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man beim Töpfern zwei Haupttechniken:

Handaufbau (auch Modelliertechnik genannt): Hier arbeitest du ohne Maschine, nur mit deinen Händen und einfachen Werkzeugen. Du baust dein Stück aus Tonplatten, Wülsten oder aus einem massiven Block auf. Diese Technik ist ideal für Anfänger, weil du sofort loslegen kannst und die Ergebnisse schnell sichtbar werden. Ob runde Schale, eckige Dose oder wilde Skulptur – in der Modelliertechnik ist fast alles möglich.

Drehscheibe (auch Drehen genannt): Die Töpferscheibe dreht sich, und du formst den Ton mit beiden Händen, während er rotiert. Das Ergebnis sind symmetrische, runde Gefäße wie Tassen, Schüsseln und Vasen. Die Drehscheibe erfordert etwas mehr Übung und Fingerspitzengefühl, ist aber ein unglaublich befriedigendes Erlebnis, wenn man den Dreh einmal raus hat.

In unserer Töpferei am Isartor bieten wir beide Techniken an: Abendkurse in Modelliertechnik über vier Abende und Einzelkurse an der Drehscheibe, die in 2,5 Stunden einen vollständigen Einblick geben.

Was kostet ein Töpferkurs in München?

Die Preise für Töpferkurse in München variieren je nach Anbieter, Dauer und Technik. Hier ein grober Überblick:

Ein Schnupperkurs an der Drehscheibe (2–3 Stunden) kostet in der Regel zwischen 80 und 150 Euro. Ein mehrteiliger Abendkurs über mehrere Wochen liegt typischerweise zwischen 180 und 300 Euro. Bei den meisten Anbietern ist das Material im Preis enthalten, die Brennkosten kommen manchmal noch dazu.

Bei PurKeramik kostet der Drehscheibenkurs 135 Euro für 2,5 Stunden – inklusive Material und Brennen eurer Werke. Der Abendkurs in Modelliertechnik kostet 220 Euro für vier Abende à 2,5 Stunden, zuzüglich Brennkosten von 15 Euro pro Kilogramm.

Wichtig bei der Preisvergleich: Achte darauf, was im Preis enthalten ist. Manche Anbieter berechnen Material, Glasur und Brand extra, sodass der scheinbar günstigere Kurs am Ende teurer wird.

Worauf sollte ich bei der Wahl eines Kurses achten?

Nicht jeder Töpferkurs ist gleich. Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die du achten solltest:

Qualifikation der Kursleitung: Gibt es einen Unterschied, ob jemand als Hobby töpfert oder das Handwerk von Grund auf gelernt hat? Absolut. Eine gelernte Keramikerin oder ein Keramikmeister kann dir nicht nur Techniken zeigen, sondern versteht das Material auf einer ganz anderen Ebene. Sie weiß, warum ein Stück beim Brand reißt, wie man Glasuren richtig aufträgt und welche Tonsorte für welches Projekt die richtige ist.

Gruppengröße: In großen Gruppen mit 15 oder mehr Teilnehmern bekommst du weniger individuelle Betreuung. Kleine Gruppen bedeuten mehr Aufmerksamkeit, mehr Lernerfolg und mehr Spaß.

Ausstattung und Glasuren: Arbeitet der Anbieter mit eigenen, selbst entwickelten Glasuren oder mit Fertigprodukten aus dem Handel? Der Unterschied ist enorm – sowohl in der Qualität als auch in der Vielfalt der Farben. In unserer Werkstatt stellen wir alle Glasuren selbst her und bieten 15 verschiedene Farben zur Auswahl an. Alle sind lebensmittelecht und ungiftig.

Was nehme ich mit nach Hause? Erkundige dich vorab, ob die Stücke gebrannt und glasiert werden. Ohne Brand bleibt dein Werk aus ungebranntem Ton – schön anzuschauen, aber nicht alltagstauglich. Bei einem guten Kurs werden deine Werke zweimal gebrannt (Schrühbrand und Glasurbrand), sodass du am Ende ein fertiges, spülmaschinenfestes Stück in den Händen hältst.

Wie lange dauert es, bis ich mein fertiges Stück abholen kann?

Nach dem Kurs muss dein Werk trocknen, bevor es in den Ofen kommt. Der erste Brand (Schrühbrand) dauert etwa einen Tag, dann wird glasiert und ein zweiter Brand folgt. Insgesamt solltest du mit etwa drei Wochen rechnen, bis deine Keramik fertig ist und abgeholt werden kann.

Das Warten lohnt sich: Nach dem zweiten Brand bei 1.270 Grad Celsius ist dein Stück aus Steinzeug extrem widerstandsfähig, spülmaschinenfest und lebensmittelecht.

Für wen eignet sich ein Töpferkurs?

Kurz gesagt: für alle. Ob du alleine kommst, mit Freunden, als Paar oder als Team vom Büro – Töpfern funktioniert in jeder Konstellation. Besonders beliebt sind Töpferkurse auch als Geschenk, für Junggesellinnenabschiede, Geburtstage oder als Teambuilding-Event für Firmen.

Was alle Teilnehmer gemeinsam haben: Dieses besondere Gefühl, wenn man nach ein paar Stunden ein selbstgemachtes Stück in den Händen hält. Etwas, das man selbst erschaffen hat, aus einem Klumpen Ton. Das ist ziemlich unbezahlbar.

Lust bekommen?

Wenn du Töpfern in München ausprobieren möchtest, schau dir unsere aktuellen Kurstermine an oder schreib uns einfach eine E-Mail an buehler@purkeramik.de. Wir freuen uns auf dich in unserer Werkstatt im Gärtnerplatzviertel!

Und falls du nicht auf den Kurs warten kannst: In unserem Shop findest du handgemachte Keramik aus unserer Werkstatt – von der Kaffeetasse bis zum Frühstücksset.