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Unsere 15 selbst entwickelten Glasuren: Ein Blick hinter die Kulissen

Wer eine Töpferwerkstatt betritt, sieht meist zuerst die grauen oder braunen Tonklumpen und die rotierenden Scheiben. Doch das eigentliche visuelle Wunder der Keramik offenbart sich erst im letzten Schritt: dem Glasieren. Eine Glasur ist weit mehr als nur ein schützender Anstrich. Sie verleiht dem matten, porösen Ton seine Farbe, Tiefe, seinen Glanz und seine unverwechselbare Haptik. Sie entscheidet darüber, ob ein Gefäß kühl und modern wirkt oder warm und rustikal.

In meiner Münchner Werkstatt PurKeramik in der Rumfordstraße 36 nutzen wir keine fertigen Glasuren aus dem Bastelbedarf. Seit über drei Jahrzehnten entwickeln und mischen wir unsere Oberflächen komplett selbst. Das Ergebnis ist eine exklusive Kollektion aus 15 selbst entwickelten Glasuren, die exakt auf unseren Steinzeugton und unsere extremen Brenntemperaturen von 1.270 °C abgestimmt sind. Sie sind das gut gehütete Markenzeichen unseres Hauses. In diesem Artikel nehmen wir dich mit in unser Labor und lüften ein paar unserer Farbgeheimnisse.

Die Alchemie der Töpferei: Was ist eine Glasur?

Im flüssigen Zustand sieht eine Glasur unspektakulär aus – wie ein Eimer voller grauer, dicker Schlämme. Dass aus dieser grauen Masse im Ofen ein tiefes Ozeanblau oder ein lebendiges Salbeigrün wird, grenzt für viele Laien an Zauberei. Tatsächlich ist es reine Chemie und Physik.

Eine Glasur besteht im Kern aus drei mineralischen Grundkomponenten: 1. Quarz (Kieselsäure): Der Glasbildner, der unter Hitze zu flüssigem Glas schmilzt. 2. Feldspat und Kreide (Flussmittel): Sie senken den Schmelzpunkt des Quarzes, damit er bei unseren Ofentemperaturen flüssig wird. 3. Ton oder Kaolin (Aluminat): Der Stabilisator, der verhindert, dass die geschmolzene Glasur im Ofen komplett vom Becher läuft.

Die magischen Farben entstehen durch die exakt grammweise Zugabe von Metalloxiden wie Kobalt (für Blau), Eisen (für Braun- und Rottöne), Kupfer (für Grün) oder Rutil (für faszinierende Kristalleffekte). Wenn du tiefer in diese physikalischen Prozesse eintauchen willst, empfehle ich dir unseren Artikel Glasuren verstehen.

Drei unserer Signature-Farben im Porträt

Unsere Palette aus 15 Farben ist inspiriert von der Natur, der bayerischen Landschaft und dem urbanen Leben im Gärtnerplatzviertel. Drei unserer absoluten Klassiker möchten wir dir vorstellen:

1. Gärtnerplatz-Salbei

Eine wunderschöne, seidenmatte Glasur in einem weichen, gedeckten Grün. Dank eines hohen Anteils an Kreide fühlt sich die Oberfläche samtig-weich an – fast wie ein glatter Kieselstein. Sie unterstreicht den natürlichen Charakter unserer Müslischalen perfekt.

2. Isarkiesel

Ein warmes, lebendiges Cremeweiß, das von feinen, dunklen Punkten durchzogen wird. Diese Punkte entstehen, weil das Eisen im Ton während des Brandes durch die Glasur bricht. Es erinnert an die Kieselsteine in den Isarauen direkt vor unserer Haustür.

3. Schwabinger Nacht

Ein tiefes, glänzendes Kobaltblau mit metallischen Effekten. Im Ofen bilden sich bei 1.270 °C winzige Kristalle, die das Licht brechen. Wenn du eine Tasse in dieser Farbe im Kerzenlicht drehst, funkelt sie wie der Nachthimmel über München.

Qualität, die man im Alltag spürt

Da wir unsere Glasuren bei extrem hohen Temperaturen brennen, schmelzen sie untrennbar mit dem Tonscherben zusammen. Unsere Keramik ist dadurch absolut messerfest, nimmt keine Feuchtigkeit auf und kann bedenkenlos in die Mikrowelle und die Spülmaschine wandern.

Möchtest du unsere Farbpalette einmal live erleben und die Oberflächen selbst anfassen? Besuche uns in der Rumfordstraße 36 oder wirf einen Blick in unseren Online-Shop. Wenn du in unseren Kursen dein eigenes Geschirr herstellst, stehen dir all unsere 15 Hausglasuren zum Experimentieren zur Verfügung. Buche deinen Platz unter Kurse & aktuelle Termine oder kontaktiere mich bei Fragen unter buehler @purkeramik.de.